Nach dem Wettrüsten im Kalten Kriegverpflichteten sich die USA und die Sowjetunion erstmals zum Abbau ihrer strategischen Kernwaffen.Der Vertrag wurde in den letzten Monaten der Existenz der Sowjetunion abgeschlossen. Bald danach lösten sich der Warschauer Vertrag  und die Sowjetunion auf. Aber auf Seiten der westlichen Vertragspartner wurden keinerlei Schritte unternommen, entsprechend gleichgewichtig die Bedrohungsszenerie abzubauen, meinte Hartmann in einem Sputnik-Gespräch.

„Während der Warschauer Militärvertrag sich auflöste, wurden die Forderungen nach einer Auflösung der Nato zurückgewiesen. Eine neue Aufgabenstellung für die Nato wurde fieberhaft gesucht, und von daher standen die gesamten weiteren Verträge und Abrüstungsbemühungen schon unter keinem guten Stern“, betonte er.

Der Prozess des Abbaus der strategischen Offensivwaffen zwischen den USA und Russland könnte auch heute fortgesetzt werden, wäre da nicht die Position der USA, wegen der Russland keine weitere Reduzierung seiner Arsenale akzeptieren kann, wie der Moskauer Experte für Rüstungskontrolle Wladimir Kosin für Sputnik sagte.

Zwischen Moskau und Washington gebe es 15 nicht geregelte Fragen in der Sphäre der Rüstungskontrolle, merkte der Experte an. Laut „The Washington Post“ erörtert die Obama-Administration gegenwärtig ein Paket von Vorschlägen, um es Russland vorzulegen. Einer dieser Vorschläge betreffe die Bereitschaft, auf zweiseitiger Basis das Festhalten an der Politik der Nichtanwendung von Kernwaffen gegeneinander bei einem Erstschlag zu verkünden.

Laut Kosin „soll er jedoch nicht über die Presse, sondern über die diplomatischen Kanäle der russischen Seite überbracht werden, damit Russland offiziell darauf  reagieren kann.“

Sogar in der ersten Phase des Kalten Krieges sei es gelungen, sechs Vereinbarungen mit den Amerikanern über strategische Offensivwaffen, eine zu den Kurz- und Mittelstreckenraketen sowie mehrere Vereinbarungen über vertrauensbildende Maßnahmen, zwei Konventionen zum Verbot der Herstellung von C- und B-Waffen sowie zur Vernichtung der Vorräte an diesen Waffen wie auch andere Vereinbarungen abzuschließen. In den letzten Jahren aber, wo der Westen behauptet, der Kalte Krieg sei zu Ende, hätten Russland und die USA lediglich einen START-III-Vertrag in Prag unterzeichnet, fügte er hinzu.